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Kölsch ist Heimat

Bettina Linnig

Judith Nürnberg ist Kölnerin. Mehr braucht man eigentlich nicht über sie zu wissen. Sagt doch dies alles über sie aus. Und für alle, die mit dieser Aussage nichts anzufangen wissen bleibt nur eins – man muss in „Der schöne Laden“ fahren. Im Westen Kölns, in Weiden, gelegen, wird einem beim Betreten des im Januar eröffneten Ladens eins sofort klar – die Ladenbesitzerin liebt ihre Stadt und zeigt es.

 

Das muggeliche Lädchen präsentiert voller Herzwärme was Judith Nürnberg in aufwendiger und liebevoller Handarbeit erstellt. Anziehende Heimatliebe. Anziehend Kölsch. Die gelernte Grafikerin bedruckt mit aufwendig, von ihr selbst mit Hand gefertigte Linoldrucke, T-Shirts, Schals, Kissenhüllen und einiges mehr mit dem Kölner Dom, der Kölschen Hand oder der Kölschen Göttin. Oder sie lässt die Silhouette vom Kölner Dom durch Strasssteine erstrahlen. Und wenn das alles nicht passt, drückt sie ihre Liebe zu Köln mit Pinsel und Farbe aus. Lokalpatriotismus de luxe. Alle Stücke einzigartig. 

Der Kölner muss seinen Dom immer dabei haben. Im Herzen oder offen bekennend, sichtbar, plakativ oder dezent. Judith Nürnberg denkt an den Kölner, wenn sie ihre Arbeiten fertigt. Für den, der wie sie ist. Das Herz am rechten Platz tragend, der Heimat immer verbunden. Egal wo man gerade auf der Welt zu Hause ist. Dem Heimweh vorbeugend, wenn die Sicht auf den Dom gerade einmal fehlt. Ich bin begeistert von der filigranen Arbeit, die besonders im Abbild des Domes zu sehen ist und frage mich, ob ich das wohl auch tragen darf? So ein T-Shirt wäre ja schon cool. Oder eins mit der Kölschen Hand. Nur der Kölnkenner findet hier unter anderem Symbole

des Kölner Wappens wieder. Entdeckt die Kronen der Heiligen drei Könige, die 11 Flammen sowie die Lilienköpfe, so sehen sie auf jeden Fall auf dem Linoldruck aus und waren auch so gedacht, gedruckt sehen sie eher wie Clownsköpfe aus und symbolisieren zu recht den Karneval in Köln. - Der rheinische Karneval zählt übrigens zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.  Und wenn man die Kölsche Hand ganz genau studiert findet man ihn, den Kölner Dom. Und spätestens hier zeigt sich, es geht nicht ohne ihn.

Da schaue ich mir doch die Kölsche Göttin sofort noch genauer an. Und richtig. Sanft hält sie ihn im Arm. Beschützend. Um sie herum fließt der Rhein. Was wäre Köln auch ohne ihn – und das Müllemer Böötchen. Ich fange an zu summen „Heidewitzka Herr Kapitän, mem Müllemer Böötche fahre mer su jän, mer kann su schön em Dunkle schunkele, wenn üvver uns de Stääne funkele…“  Es gibt so viel zu entdecken im „Der schöne Laden“ in Weiden in der Bahnstraße 118. Auch für Nichtkölner. Denn auch für die hat Judith Nürnberg etwas zu bieten und lässt sie nicht allein. Blusen, den ein oder anderen Schal oder auch mal ein Mantel bekommt man auch ohne ein Kölner Statement. Kann man mal machen… Aber ob man damit glücklich wird? Nachdem was ich hier alles gefunden und entdeckt habe, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Denn es fehlt selbst mir als Nichtkölner etwas als ich das Ladenlokal verlasse. Ein Stück Heimat.

Ich glaube ich muss noch einmal dorthin. Es geht nicht ohne den Dom, ohne ein kleines Stück rheinische Frohnatur. Ohne die Offenherzigkeit und Toleranz der Kölner, ohne das „Wir“-Gefühl. Besonders wenn es mit so viel Liebe und Herzlichkeit angeboten wird wie durch die Kleidungsstücke und Wohnaccessoires, die durch Judith Nürnberg zum Heimatgefühl werden.

 

Im „Der schöne Laden“ ist übrigens auch die Schmuckmanufaktur „akiam“ von Maika Spieker zu hause. Dezenter, grafischer Schmuck aus japanischen Glasperlen und Hämatit. Außerdem präsentiert sich jeden 1. Samstag im Monat für vier Wochen ein Gastaussteller. Es lohnt sich also immer wieder ein Besuch. Mehr Informationen, Öffnungszeiten, Kontaktdaten findet ihr auf www.domdeluxe.de und www.akiam.de

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