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Rheinische Tapas meets CP

Manche Dinge passieren, wie sie passieren. In diesem Fall bedauere ich die verlorene Zeit. Ab und zu stimmt es wenn man sagt, aus den Augen, aus dem Sinn. Dies wird mir, das verspreche ich hier öffentlich und verbindlich, nicht mehr passieren wenn ich den Namen Christian Penzhorn höre. Ich habe Christian Penzhorn, der eigentlich gar kein Koch werden wollte, auf einem Bauernhof im mecklenburgischen Neustrelitz groß geworden ist, in Düsseldorf im ehemaligen Victorian und anschließend im Monkey´s West einen Stern erkocht hat, nach seinem Weggang aus Düsseldorf beschämenderweise etwas aus den Augen verloren.

 

Dabei sind es nur wenige Autominuten, die ihn von der Landeshauptstadt trennen. Seit fast fünf Jahren hat er in Ratingen-Lintorf sein eigenes Restaurant mit angeschlossenem kleinem Hotel „Christian Penzhorn“. Hier ist es etwas ländlicher und Christian wirkt angekommen. Zurückhaltend wie das Namensschild, welches über dem Eingang hängt, begrüßen er und sein Team entspannt die Gäste.

 

Unaufdringlich, moderne Akzente gekonnt eingebracht,  gleichsam wohlfühlend, das Interieur des Restaurants. Serviert wird bodenständige, traditionelle  - wann immer möglich mit regionalen Zutaten zubereitete - moderne Küche. Sterne sind zwar nicht mehr das Ziel, wenngleich der Gast sich ihnen nach dem Essen sehr nahe fühlt.

Heute essen wir „Rheinische Tapas“. Erster Gang „Tapas flüssig“ Düsseldorfer Senfsüppchen mit

 

gebackener Flöns (Blutwurst, für den nicht Rheinländer und mein Favorit aus diesem Gang)/Schaumsüppchen vom ersten Spargel/Minestrone vom Ratinger Gemüse mit Karotten-Estragonravioli und ein Kaltes Gurkensüppchen mit Creme fraiche.  Als zweiter Gang wurden „Tapas mit Flossen“ serviert. Gebratener Zander im Sud von jungem Lauch und gebratener Porree/marinierte Fjordforelle mit Sellerieremoulade, Selleriepüree und Trüffel sowie gebackene Garnelen mit kalter Vichy Soisse und Apfelblüten. Der Hauptgang „Tapas Fleischeslust“ beinhaltete Düsseldorfer Senfbraten mit Speckbohnen und Kartoffelpüree/gratinierter Sauerbraten mit Schmorzwiebeln und

 

karamellisiertem Blumenkohlpüree sowie gezupfte Spanferkelschulter mit Petersilienwurzel und Granny Smith Apfel (zum Reinknien!) Abschließend „Hüftgold Tapas“. Rote Grütze mit Vanillecreme/Bergische Waffel mit heißen Himbeeren/Erdbeer-Käsekuchen/weiße Schokolade mit confiertem Rhabarber (ich könnte darin baden). Dazu sind wir der Weinbegleitung gefolgt. Man muss natürlich nicht das ganze Menü bestellen. Die Gänge gibt es alle einzeln. Ihr verpasst allerdings dann etwas. Der Weg ist das Ziel. Und nach diesem Abend können wir nur sagen, euer Ziel sollte Christian Penzhorn heißen. Nicht nur die Kontaktdaten findet ihr auf www.christian-penzhorn.de

 

LaViaVita  [Text und Bild Bettina Linnig]

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